Familien-, Bildungs- und spirituelle Begleitung

Im Gespräch mit Jugendlichen: fünf Gewohnheiten, die das Gespräch offen halten

Fünf praktische Gewohnheiten für Eltern: den richtigen Moment wählen, zuerst zuhören, Verhalten und Person trennen, wenige klare Regeln vereinbaren, ruhig bleiben.

Viele Eltern merken, dass das Gespräch mit Jugendlichen schwieriger wird: kürzere Antworten, geschlossene Türen, Streit um Kleinigkeiten. Das ist häufig und heisst nicht, dass die Beziehung verloren ist. Diese fünf Gewohnheiten sind allgemeine Anregungen, die viele Familien hilfreich finden.

1. Den richtigen Moment wählen

Ernste Gespräche gelingen selten mitten im Streit oder wenn jemand müde ist. Momente nebeneinander, etwa beim Spaziergang oder auf der Autofahrt, fühlen sich oft weniger wie ein Verhör an.

2. Zuerst zuhören, dann antworten

Lassen Sie Ihr Kind ausreden. Geben Sie dann wieder, was Sie verstanden haben: «Du hast dich also ungerecht behandelt gefühlt?» Menschen sprechen offener, wenn sie sich gehört fühlen – auch wenn Sie anderer Meinung sind.

3. Über das Verhalten sprechen, nicht über die Person

«Das Zimmer ist seit einer Woche nicht aufgeräumt» eröffnet ein anderes Gespräch als «Du bist faul». Beschreiben Sie, was Sie sehen und was Sie brauchen.

4. Wenige klare Regeln vereinbaren

Eine kurze Liste von Regeln, die Sie erklären und einhalten können, wirkt besser als viele Regeln, die sich ständig ändern. Beziehen Sie Ihr Kind wenn möglich beim Festlegen ein und erklären Sie die Gründe.

5. Selbst ruhig bleiben

Merken Sie, dass Sie gleich laut werden, ist eine Pause in Ordnung: «Ich möchte das richtig hören – lass uns in einer Stunde weiterreden.» Halten Sie dieses Versprechen dann auch.

Wann mehr Unterstützung sinnvoll sein kann

Achten Sie darauf, wenn sich ein Jugendlicher über längere Zeit zurückzieht, Dinge aufgibt, die ihm früher Freude gemacht haben, oder davon spricht, sich etwas anzutun. Warten Sie dann nicht: Sprechen Sie mit einer Vertrauensperson und wenden Sie sich an eine Fachperson. Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie 112; für dringende Unterstützung erreichen Jugendliche die 147 und Erwachsene die 143.

Begleitung für Eltern und Familien gibt es unter Beratung für Jugendliche und Erziehungsberatung; sie ersetzt keine medizinische oder psychologische Versorgung. Lesen Sie auch die häufigen Fragen oder fragen Sie einen Termin an.

Wenn es dringend ist: Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie 112, für den Rettungsdienst 144. Für dringende emotionale Unterstützung gibt es die Nummer 143 (Die Dargebotene Hand), für Kinder und Jugendliche die 147. 143.ch · 147.ch

Diese Angebote dienen der Orientierung, Erziehung und spirituellen Begleitung. Sie umfassen keine klinische psychologische Diagnostik oder Behandlung.